„Man muss in der Szene auch nicht viel erklären.“ – Ideologiegebundene Lexik und Argumentation bei LANDSER, KATEGORIE C und FREI.WILD.

Frank Schilden

Abstract


Dieser Aufsatz thematisiert linguistische Mittel und Methoden, mittels derer in der Präventionsarbeit implizite rechtsextreme Ideologien in Texten verdächtiger Bands erkannt werden können. Kerngedanke ist dabei, dass mit einer Argumentationsanalyse kollektives, ideologiegebundenes Wissen und die zugrunde liegenden Argumentationsmuster zusammengetragen werden können. Häufig sind nur auf Grundlage eines ideologiegebundenen Wissens Texte als rechtsextrem rezipierbar. Anhand von Texten von LANDSER, KATEGORIE C und FREI.WILD soll exemplarisch ein mögliches Verfahren vorgestellt werden, dass die Präventionsarbeit erleichtern und linguistisch fundieren kann. Durch die Abstrahierung von Argumenten und Schlussregeln kann gezeigt werden, dass sich Texte, die an der Oberfläche wenig miteinander zu tun haben, ähneln, wenn man die argumentatorischen Relationen offenlegt. Im Zentrum stehen dabei ideologiegebundene Lexik und Argumentation, einer theoretischen Grundlage folgen praktische Anwendungsbeispiele.

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Schlagworte


Rechts-Rock; Musik und Rechtsextremismus; Frei.Wild

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