Rechtsextremismus und Gemeinwesen –Community Coaching am Beispiel Pretzien

Fabian Wichmann

Abstract


Der deutsche Rechtsextremismus bleibt trotz der akuten Krise der politischen Bewegung, besonders der rechtsextremen Parteien, aufgrund seiner – Erscheinungsformen und ideologischen – Heterogenität, eine soziale und politische Strukturgröße. Der Einfluss auf die Jugend ist ungebrochen. Das Gewaltniveau ist eine Gefahr im Alltag.

Neue Strukturen wie Nationale Aktionsgruppen stellen Polizei und Bürgergesellschaft vor große Herausforderungen. Rechtsextreme Kontrastkulturen binden neuartige Schichten in der Jugend. Das Internet ist eine Artikulations- und Kommunikationsform des Rechtsextremismus geworden, die die Gesellschaft mit veränderten Gefahrenmomenten konfrontiert. Immer wieder hört man von Sachbeschädigungen, spontanen Demonstrationen, findet Spuren im öffentlichen Raum oder erfährt von Übergriffen mit einem politisch rechtsextrem orientieren Hintergrund. Oft sind es Städte, die sich mit den Problemen konfrontiert sehen. Aber auch in ländlichen Regionen offenbart sich zunehmend Handlungsbedarf.

Da ist der rechtsextreme Schornsteinfeger, der gleichzeitig Trainer der Jugendmannschaft ist, ein Bürgermeister, der distanzlos und unkritisch die NPD als völlig legitime Partei darstellt, oder eine Feuerwehr die mit dem Hitler-Zitat „Flink wie Windhunde, zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl“ - auf das T-Shirt gedruckt – ihre Wettkämpfe bestreitet.

Die Liste ließe sich an dieser Stelle endlos weiterführen und wäre dennoch unvollständig. Nun ist die Erkenntnis eines zunehmenden Handlungsbedarfs im ländlichen Raum nicht neu, aber dennoch birgt dieser Besonderheiten in der Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus, die der differenzierten Betrachtung bedürfen.


Schlagworte


Rechtsextremismus; Islamismus; Radikalisierung; Deradikalisierung; Demokratie

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