Zwischen NS-Propaganda und Facebook. Eine Analyse der Nutzung und Relevanz von Massenmedien und internen Medien innerhalb der rechtsextremen Szene in Deutschland

Katharina Neumann

Abstract


 

Diese Arbeit geht der Frage nach, welche Medien innerhalb der rechtsextremen Szene genutzt werden, welche Relevanz Massenmedien und internen Medien innerhalb der Szene jeweils zukommt und welche Funktionen die unterschiedlichen Medienformate erfüllen sollen. Ziel der Untersuchung ist es, den Zusammenhang zwischen der Aufrechterhaltung des hermetisch abgeriegelten rechtsextremen Weltbildes und der szenespezifischen Mediennutzung genauer zu beleuchten, um so die Präventionsarbeit im Bereich rechtsextremer Radikalisierung voranzutreiben. Als Basis der Untersuchung dient eine qualitative Befragung ehemaliger rechtsextremer Funktionäre, die mithilfe von EXIT Deutschland den Absprung aus der Szene geschafft haben. Die Ergebnisse zeigen, dass eine Fülle von spezifisch rechtsextremen Medienangeboten existiert, welche das rechtsextreme Weltbild reproduzieren und so zur Aufrechterhaltung der ideologischen Hermetik beitragen. Durch eine systematische Unglaubwürdigmachung der Massenmedien durch die Führungsriege wird gleichzeitig verhindert, dass das ideologische Weltbild durch massenmedial vermittelte Gegenargumente ins Wanken gerät.


Schlagworte


Rechtsextremismus, Radikalisierung, Deradikalisierung,

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Literaturhinweise


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